26.01.2016

Sooo es ist 21.38Uhr und mein Wecker für 6Uhr ist gestellt. Aber ein Bericht über meinen Tag muss noch drin sein

Heute war eig. mein freier Tag aber ich habe organisiert, dass ich mit einer "Community Midwife" mitgehen kann.
Wir waren zuerst in der Praxis des GPs mit dem sie zusammen arbeitet. Hier in England, bekommen die GPs Geld dafür Schwangere in ihrem Klientel zu haben und das geht nur wenn eine Hebamme die Vorsorgen macht. Somit arbeiten diese Hebammen immer mit einem GP zusammen. Ehrlich sehr klug gemacht.

Wir machten einige Vorsorgen und ich muss sagen, ich kann mir gut vorstellen, später auch welche zu machen.

Nach einer Mittagspause haben wir dann Hausbesuche gemacht. Es ist schön zu sehen wie sich die Wöchnerinnen so machen und wie es ihnen so ergeht. Eine der Damen kannte ich sogar noch weil ich sie schon im Geburtshaus gesehen habe. An sich gefällt mir der Gedanke dieses Gesamtpaket (Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett) anzubieten und die Frau durchgehen zu betreuen. In Deutschland leider kaum bezahlbar und in England leider erst mit Berufserfahrung machbar. Um eine "Community" Hebamme zu werden muss man mind. 2 Jahre Berufserfahrung haben. Zudem macht man als Hebamme Hausgeburten (Rufbereitschaft). Man kann nicht nur Vor und Nachsorgen machen. Eine gute Sache ist jedoch, dass zur Geburt immer eine zweite Hebamme angerufen wird und man dann nicht alleine ist.

Es war schön mal einen Einblick zu bekommen wie es hier so läuft um zu wissen was ich erwarten kann falls ich hier einen Job suche.

Am System an sich wundert mich, dass es gar keine Rückbildungskurse und keine Akkupunktur gibt. Auch im Ausland erworbene Weiterbildungen in dem Feld nützen nichts, da sie von der NHS nicht anerkannt und auch nicht vergütet werden. 

Auch der Zeitraum der Nachsorgen ist mir zu kurz. In Deutschland kann man bis zu 6 Wochen Besuche der Hebamme haben. Wenn alles in Ordnung ist (Kind nimmt zu, keine Infektionen) Ist nach 2 Wochen Schluss. Brauchen sie dann weitere Unterstützung müssen sie zum GP oder andere Berufsgruppen (Health Service) in Anspruch nehmen. Für mich als Hebamme ist dies eigentlich nicht lang genug, weil das Wochenbett um einiges länger geht und ich die Spezialistin für diese Zeit bin.

 

Gegen 17Uhr bin ich dann im strömenden Regen einkaufen gegangen. Das lustige war, ich wollte Pfannkuchen mit Kirschen und Vanille Sauce machen. Ich bekam aber nirgendwo Vanillesauce und auch kein Pulver um diese anzurühren (Marktlücke!!!) Somit auf Vanilleeis umgestiegen.

Das war´s auch schon.

Ich hoffe auf eine schöne Geburt für morgen :D

 

Gute Nacht <3 

1 Kommentar 26.1.16 22:54, kommentieren

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25.01.2016

Heute wieder Tagdienst. Mein Knöchel noch etwas dick aber dank Schmerzmittel war das Laufen schmerzfrei. Der Wecker der um 6 Uhr ging riss mich aus meinem Schlaf und wie jeden morgen denke ich mir: wenn ich wiederkomme gehe ich sofort schlafen, wie soll ich den Tag nur überleben?

Heute ein Dienst mit meiner Lieblingshebamme. Wie versprochen hatten wir auch eine Geburt. :D

Eine zweit Gebärende und da es alles sehr schnell von sich ging von 4cm auf Vollständig, haben wir es leider nicht mehr in die Geburtswanne geschafft.  Daher konnte ich die Geburt wieder alleine machen. Alles lief gut und es kam ein gesunder Junge zu Welt. Ich betreute beide bis zur Übergabe weiter und war sehr erfüllt.

Außerdem durfte ich bei einer Wassergeburt eines kleinen Mädchens zugucken. Wir Hebammen machen ja eig. so gut wie nichts aber es ist trotzdem der Wahnsinn. Ich muss sagen, es erfordert einiges an Erfahrung und Geduld, nicht einzugreifen aber im richtigen Moment, das Kind aufzufangen. Ein wunderschönes Erlebniss und alles nur mit Lachgas, ohne jedes weiteres Schmerzmittel.

 

Ich würde liebend gerne weitere Dinge über die Geburten und die tollen Kinder bzw. Mütter geben, aber es gilt der Datenschutz.

Zwei kleine Wunder und tolle starke Mütter, bei denen ich mich nur bedanken kann, das ich an diesem intimen einzigartigen Moment dabei sein durfte,  

Ich muss sagen, so langsam kommt eine Sicherheit in meine Arbeit, ich weiß was ich es tue und dass es richtig ist, wie ich es mache. Auch wenn diese Geburten leider nicht für mein Examen zählen, machen sie mich selbstsicher und ich gucke positiver auf weitere Geburten im Klinikum.

 Glückliche Grüße

Jacqueline 

 

 

26.1.16 22:34, kommentieren